20.10.2020

BFB-Umfrageergebnisse:

Vage Zuversicht, risikobehaftete Perspektive

Der Bundesverband Freier Berufe (BFB) hat die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Freie Berufe unter mehr als 1.900 selbstständigen Freiberuflern zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den Freien Berufen präsentiert.

Den Umfrageergebnissen zufolge hinterlässt die Corona-Krise seit März tiefe Spuren in den freiberuflichen Feldern. Jeder zweite Freiberufler ist stark oder sehr stark betroffen, zu Beginn der Krise waren es knapp zwei Drittel. Trotz einer aktuell leichten Entspannung auch bei der Auftragslage wird die Notlage vieler Freiberufler fortdauern. Im kommenden Jahr wird es für ein Achtel der Freiberufler um das wirtschaftliche Überleben gehen, 12,3 Prozent fürchten, dass der krisenbedingte Schaden für ihr Unternehmen im Verlaufe des Jahres 2021 existenzbedrohend wird. Diese Sorge trieb in der vorangegangenen Umfrage 7,8 Prozent um, diese Gruppe ist um ein gutes Drittel größer geworden.

Die Zeichen stehen keineswegs auf Entwarnung: Es tritt aktuell zwar eine gewisse wirtschaftliche Gesundung ein, diese ist aber nach wie vor anfällig. Und auch wenn der überwiegende Teil der Freien Berufe das Corona-Jahr 2020 zu überstehen scheint, ist eine weitere Entspannung der Lage im nächsten Jahr dringend nötig, um weitere Schließungen zu vermeiden. Nach Auffassung des BFB muss alles darangesetzt werden, einen zweiten flächendeckenden Lockdown zu verhindern. Es liege in der Verantwortung eines jeden, durch umsichtiges Verhalten dazu beizutragen, dass das öffentliche und wirtschaftliche Leben aufrechterhalten bleiben kann.

Die Krise schlägt auch auf die Beschäftigung durch: Mehr als jeder Zehnte musste bereits Stellen abbauen, jeder Vierte befürchtet, sich bis Jahresende von Mitarbeitern trennen zu müssen, weitere fünf Prozent erwarten, im Verlauf des kommenden Jahres dazu gezwungen zu sein. So sind weitere rund 180.000 Stellen in Gefahr. Etliche Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass gerade junge und kleine Unternehmen sehr angeschlagen sind.

Bezogen auf die Veterinärmedizin ist hinsichtlich der Einschätzung der Umfrageergebnisse allerdings ergänzend zu vermerken, dass im Gegensatz zu den praktizierenden Tierärzten viele Freiberufler nicht als systemrelevant eingestuft sind.

Weitere Details der Umfrage

 

Beachten!

Über das Thema „Coronakrise in der Tierarztpraxis?“ wird auch zum Auftakt des bpt-Kongresses 2020 DIGITAL am 19. November um 19.00 Uhr diskutiert. Nehmen Sie teil! Mehr Infos hier